Die Zahl der in Deutschland registrierten ausländischen Ärztinnen und Ärzte ist auch in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2017 betrug die Zunahme 4.088 Personen, was einem Anstieg von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit lag die Gesamtzahl der ausländischen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland bei 50.809. Betrachtet man nur die berufstätigen Ärztinnen und Ärzte, so erhöhte sich deren Zahl um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2016: 10 Prozent). Insgesamt hatten 11,8 Prozent aller in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2017 eine ausländische Staatsbürgerschaft (2016: 11 Prozent).
Die Wachstumsrate der ausländischen Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäusern lag mit 8,8 Prozent nur leicht unter der allgemeinen Zunahme aller berufstätigen Ärztinnen und Ärzte, die ebenfalls stark wuchs. Dies verdeutlicht die zentrale Rolle, die ausländische Fachkräfte insbesondere in der stationären Versorgung mittlerweile einnehmen.
Branchenspezifische Einordnung
Die wachsende Zahl ausländischer Ärztinnen und Ärzte ist ein zentraler Faktor für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Deutschland, insbesondere in ländlichen Regionen und Krankenhäusern mit Fachkräftemangel. Viele Praxen und Kliniken sind zunehmend auf qualifizierte ausländische Fachkräfte angewiesen, um den Patientenbedarf abzudecken.
Neben der quantitativen Bedeutung zeigt sich auch ein qualitatives Bild: Ärztinnen und Ärzte aus unterschiedlichen Ländern bringen nicht nur spezifische medizinische Qualifikationen, sondern auch interkulturelle Kompetenzen, Sprachkenntnisse und teilweise Spezialisierungen, die in Deutschland stark nachgefragt werden, z. B. in der Inneren Medizin, Chirurgie oder Radiologie.
Perspektive und Herausforderungen
Die Integration ausländischer Ärztinnen und Ärzte stellt sowohl Chancen als auch Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem dar:
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Chancen:
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Abdeckung des Fachkräftebedarfs
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Förderung internationaler medizinischer Expertise
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Stärkung von Krankenhäusern und MVZ in strukturschwachen Regionen
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Herausforderungen:
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Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Approbationen
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Sprachliche und kulturelle Integration
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Anpassung an deutsche Standards bei Dokumentation, Abrechnung und Patientenumgang
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Zukunftsgerichtet wird erwartet, dass der Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte weiter steigen wird. Bereits heute ist klar: Ohne diese Fachkräfte wäre die medizinische Versorgung in Deutschland insbesondere in spezialisierten Fachgebieten und in strukturschwachen Regionen erheblich gefährdet.
Übersicht: Ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland (Stand Ende 2023)
| Kategorie | Zahl / Anteil (2023) | Bemerkungen / Interpretation |
|---|---|---|
| Anzahl ausländischer Ärzt:innen | ca. 64.000 Personen Bundesärztekammer+2IamExpat in Germany+2 | Höchstwert: Zahl nicht-deutscher Ärzte hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt Bundesärztekammer+2Lippische Landes-Zeitung+2 |
| Anteil der Medizinischen Belegschaft | etwa 12 % Destatis+2IamExpat in Germany+2 | Der Anteil ausländischer Ärzt:innen ist für das Versorgungsniveau in Deutschland entscheidend lab-news.de |
| Alter der zugewanderten Ärzt:innen | ~48 % unter 35 Jahre Destatis | Viele junge Fachkräfte – potenziell langfristige Verstärkung des Arztstabs |
| Nettozählung Zuzug / Abwanderung (2023) | ~2.200 Ärzt:innen verließen Deutschland Bundesärztekammer+1 | Gleichzeitig starker Zuzug → Netto-Wachstum der ausländischen Ärzteschaft context.news |
| Beliebte Herkunftsländer (nach Zahl der Ärzt:innen) | Syrien: 6.120 Rumänien: 4.668 Österreich: 2.993 Griechenland: 2.943 Russland: 2.941 Türkei: 2.628 Bundesärztekammer+2IamExpat in Germany+2 |
Diese Länder tragen maßgeblich zur ausländischen Ärzteschaft in Deutschland bei |
| Regionale Herkunft – grobe Verteilung | > 50 % aus Europa / EU (insbesondere EU plus weitere europäische Staaten) Bundesärztekammer mehrere aus dem Nahen Osten / Mittleren Osten (z. B. Syrien), weitere aus Asien und anderen Regionen |
Europa bleibt zentrale Herkunftsregion; der Anteil aus Drittstaaten wächst, insbesondere aufgrund von Zuwanderung aus der Region Nahost |
| Langfristige Trendbetrachtung | ~Verdopplung der Zahl ausländischer Ärzt:innen seit 2013 Bundesärztekammer+1 | Starke Abhängigkeit des deutschen Gesundheitssystems von internationalen Ärzt:innen, insbesondere angesichts des demografischen Wandels und bevorstehender Ruhestände |

